Young Improvisers' Orchestra - Projektbericht 2003
„Young Improvisers‘ Orchestra - The Foundation“
Dozent: Guido Schlösser
Veranstalter: Netzwerk Neue Improvisierte Musik und zeitgenössischer Jazz in NRW e.V. in Kooperation mit Pro Jazz e.V. und dem Reinoldus- und Schiller-Gymnasium Dortmund-Dorstfeld
Konzept des Young Improvisers‘ Orchestra ist es, Jugendlichen Musik als Form der spontanen Kommunikation und des direkten persönlichen Ausdrucks nahezubringen. Die persönlichen Fähigkeiten und musikalischen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bilden dabei den Ausgangspunkt für den Leiter, der auf dieser Basis musikalische Konzepte entwirft bzw. die Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer strukturiert und erprobt.
Geprobt wurde mittwochs von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Musikraum des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums (RSG). Die Teilnehmer waren männliche Schüler des RSG im Alter von 11 bis 15 Jahren mit sehr unterschiedlichen instrumentalen Vorkenntnissen. Vorbereitet wurden ein Auftritt beim internationalen Jazzfestival europhonics am 11. Mai, ein Auftritt bei einem Festival der Dortmunder Jazzinitiative ProJazz im Westfalenpark am 6. Juli und ein Auftritt im Theater im Depot im Rahmen von jazzwerkruhr am 12. Dezember.
Die Besetzung des Orchesters bestand aus zwei Altsaxophonisten, einem Trompeter, einem Posaunisten, einem Klarinettisten, zwei Pianisten, einem Baßgitarristen und einem Schlagzeuger. Beim europhonics-Programm wechselten frei improvisierte Teile mit Improvisationen über festgelegte Grooves der Rhythmusgruppe ab, die von Themen eingeleitet und beschlossen wurden. Das Programm für die Seebühne des Westfalenparks, bei der das Publikum von der Bühne durch einen See getrennt ist, bestand ausschließlich aus grooveorientierten Stücken.
Die Grooves wurden teils von den Mitgliedern der Rhythmusgruppe, teils vom Leiter vorgeschlagen. Das Repertoire reichte von Tango über 7/8 Jazz Rock, Reggae, Swing Jazz und Soul bis hin zum Punk Rock. Grundlage der Improvisation waren vor allem Skalen: teils erweiterte Pentatoniken, teils Kirchentonleitern, aber auch Akkordfolgen.
Die dramaturgischen Strukturen der freien Improvisationen wurden vom Leiter vorgegeben. Die Schüler lernten unkonventionelle Spielweisen ihrer Instrumente zu nutzen (Klavierpräparation, Sequenzereinsatz, Spiel mit Ansatzgeräuschen etc.).
Das ergebnisoffene Konzept ermöglicht es, Mitspieler im Alter von 11 bis 15 Jahren, deren Ansprüche an eine musikalische Freizeitgestaltung höchst unterschiedlich sind, in eine Band zu integrieren. Die musikalischen Ziele eines Fünfzehnjährigen, der ein Musikstudium anstrebt, sind andere als die eines elfjährigen Freizeitsaxophonisten. Das Young Improvisers‘ Orchestra bietet jedem Mitspieler an, seine persönlichen Erfahrungen einzubringen und seine Ideen zu erproben.
Unterrichtsziel eines solchen Projekts ist die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung der Fähigkeiten, die ein Musiker braucht, der sich im Bereich zwischen freier Improvisation und klassicher Bandorganisation bewegt. Für die meisten Teilnehmer ist es die erste Band, und sie haben gelernt, wie eine klassisch organisierte Band (Baß, Schlagzeug, Harmonieinstrument, Solisten) funktioniert. Der Bassist und der Schlagzeuger konnten ihre Kenntnisse erweitern und über ihre traditionelle Rolle hinaus den anderen Teilnehmern improvisatorische und kompositorische Impulse geben.
Der Bereich der freien Improvisation erforderte von allen Teilnehmern den Umgang mit einer ungewohnten Ästhetik. Nicht alle Teilnehmer waren von den Ergebnissen überzeugt. Hier wird es sicherlich sehr spannende Diskussionen darüber geben, was man denn in Zukunft unter dem Begriff Musik einem Publikum vorführen will.
Daß der Teilnehmerkreis in dieser Phase auf männliche Kinder und Jugendliche mitteleuropäischer Herkunft beschränkt war, ist eher zufällig und spiegelt nicht die Sozialstruktur des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums.
Unseres Wissens ist dieses Projekt das erste seiner Art im Ruhrgebiet. Gerade in einem Ballungsgebiet mit Menschen unterschiedlicher kultureller Erfahrungen müssen neue Formen des Zusammenspiels entwickelt werden, müssen sich die Menschen begreifen als Partner in einem kreativen Prozeß, der von ihnen Neugier, Selbstbewußtsein und Respekt verlangt. Das Netzwerk Neue Improvisierte Musik und Zeitgenössischer Jazz in NRW möchte dieses Projekt daher weiterführen.
Text: Guido Schlösser
Dozent: Guido Schlösser
Veranstalter: Netzwerk Neue Improvisierte Musik und zeitgenössischer Jazz in NRW e.V. in Kooperation mit Pro Jazz e.V. und dem Reinoldus- und Schiller-Gymnasium Dortmund-Dorstfeld
Konzept des Young Improvisers‘ Orchestra ist es, Jugendlichen Musik als Form der spontanen Kommunikation und des direkten persönlichen Ausdrucks nahezubringen. Die persönlichen Fähigkeiten und musikalischen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bilden dabei den Ausgangspunkt für den Leiter, der auf dieser Basis musikalische Konzepte entwirft bzw. die Vorschläge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer strukturiert und erprobt.
Geprobt wurde mittwochs von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Musikraum des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums (RSG). Die Teilnehmer waren männliche Schüler des RSG im Alter von 11 bis 15 Jahren mit sehr unterschiedlichen instrumentalen Vorkenntnissen. Vorbereitet wurden ein Auftritt beim internationalen Jazzfestival europhonics am 11. Mai, ein Auftritt bei einem Festival der Dortmunder Jazzinitiative ProJazz im Westfalenpark am 6. Juli und ein Auftritt im Theater im Depot im Rahmen von jazzwerkruhr am 12. Dezember.
Die Besetzung des Orchesters bestand aus zwei Altsaxophonisten, einem Trompeter, einem Posaunisten, einem Klarinettisten, zwei Pianisten, einem Baßgitarristen und einem Schlagzeuger. Beim europhonics-Programm wechselten frei improvisierte Teile mit Improvisationen über festgelegte Grooves der Rhythmusgruppe ab, die von Themen eingeleitet und beschlossen wurden. Das Programm für die Seebühne des Westfalenparks, bei der das Publikum von der Bühne durch einen See getrennt ist, bestand ausschließlich aus grooveorientierten Stücken.
Die Grooves wurden teils von den Mitgliedern der Rhythmusgruppe, teils vom Leiter vorgeschlagen. Das Repertoire reichte von Tango über 7/8 Jazz Rock, Reggae, Swing Jazz und Soul bis hin zum Punk Rock. Grundlage der Improvisation waren vor allem Skalen: teils erweiterte Pentatoniken, teils Kirchentonleitern, aber auch Akkordfolgen.
Die dramaturgischen Strukturen der freien Improvisationen wurden vom Leiter vorgegeben. Die Schüler lernten unkonventionelle Spielweisen ihrer Instrumente zu nutzen (Klavierpräparation, Sequenzereinsatz, Spiel mit Ansatzgeräuschen etc.).
Das ergebnisoffene Konzept ermöglicht es, Mitspieler im Alter von 11 bis 15 Jahren, deren Ansprüche an eine musikalische Freizeitgestaltung höchst unterschiedlich sind, in eine Band zu integrieren. Die musikalischen Ziele eines Fünfzehnjährigen, der ein Musikstudium anstrebt, sind andere als die eines elfjährigen Freizeitsaxophonisten. Das Young Improvisers‘ Orchestra bietet jedem Mitspieler an, seine persönlichen Erfahrungen einzubringen und seine Ideen zu erproben.
Unterrichtsziel eines solchen Projekts ist die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung der Fähigkeiten, die ein Musiker braucht, der sich im Bereich zwischen freier Improvisation und klassicher Bandorganisation bewegt. Für die meisten Teilnehmer ist es die erste Band, und sie haben gelernt, wie eine klassisch organisierte Band (Baß, Schlagzeug, Harmonieinstrument, Solisten) funktioniert. Der Bassist und der Schlagzeuger konnten ihre Kenntnisse erweitern und über ihre traditionelle Rolle hinaus den anderen Teilnehmern improvisatorische und kompositorische Impulse geben.
Der Bereich der freien Improvisation erforderte von allen Teilnehmern den Umgang mit einer ungewohnten Ästhetik. Nicht alle Teilnehmer waren von den Ergebnissen überzeugt. Hier wird es sicherlich sehr spannende Diskussionen darüber geben, was man denn in Zukunft unter dem Begriff Musik einem Publikum vorführen will.
Daß der Teilnehmerkreis in dieser Phase auf männliche Kinder und Jugendliche mitteleuropäischer Herkunft beschränkt war, ist eher zufällig und spiegelt nicht die Sozialstruktur des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums.
Unseres Wissens ist dieses Projekt das erste seiner Art im Ruhrgebiet. Gerade in einem Ballungsgebiet mit Menschen unterschiedlicher kultureller Erfahrungen müssen neue Formen des Zusammenspiels entwickelt werden, müssen sich die Menschen begreifen als Partner in einem kreativen Prozeß, der von ihnen Neugier, Selbstbewußtsein und Respekt verlangt. Das Netzwerk Neue Improvisierte Musik und Zeitgenössischer Jazz in NRW möchte dieses Projekt daher weiterführen.
Text: Guido Schlösser